Delegiertentagung 2016 in Münster

Verbandstag 2016 der Katholischen Familienheimbewegung e.V. in Münster:

Eigentum als Altersvorsorge. Interessenverband diskutiert die Zukunft des Wohneigentums. 

Münster. „Das Wohnen im Eigentum wünschen sich rund 80% aller jungen Familien. Als Rückzugsort für ein erfülltes Familienleben, aber immer mehr auch als die vermutlich einzig verlässliche Altersvorsorge die es noch gibt“, so Reinhard Stumm (Bergheim), 1. Vorsitzender des Gesamtverbandes der Katholischen Familienheimbewegung e.V.

Stumm begrüßte anlässlich des Verbandstages der Familienheimbewegung rund 180 Tagungsteilnehmer aus ganz NRW, die am Samstag, den 16. April in der Bischöflichen Akademie Franz Hitze Haus in Münster zu ihrem Verbandstag zusammen kamen.

Nach dem verlesenen des Grußwortes des Bischofs von Münster, Dr. Felix Genn, durch den Geistlichen Beirat des Verbandes, Pfarrer em. Heinrich Wernsmann, konnte der Vorsitzende erfreuliche Zahlen verkünden, die seine gemachten Aussagen zum Wunsch nach Wohneigentum untermauerten: 

„Seit dem letzten Verbandstag im Jahre 2014 in Hattingen sind dem Verband bis heute 2.173 neue Mitgliedsfamilien beigetreten. Stumm appellierte erneut an die Politik, „das Wohneigentum nicht gänzlich aus den Augen zu verlieren“. Wohneigentum bedeutet Verankerung vor Ort, sorgt für ausgewogene Wohnquartiere, stärkt die sozialen Beziehungsnetze und damit die Identifikation und Verantwortung mit seinem Wohnumfeld“.

„Familiengerechtes Wohnen ist ein großes Thema aller politischen Parteien, das Wohnen im Eigentum wird aber kaum betrachtet, obwohl Familien diese Wohnform in jeder Hinsicht favorisieren. Auch der Mietwohnungsmarkt würde bei einer besseren Eigentumsförderung eine deutliche Entlastung erleben“ so der Verbandsvorsitzende.

Das Grußwort der Stadt Münster überbrachte Bürgermeisterin Karin Reismann, die die Mitgliedervertreter des Verbandes – verbunden mit vielen Informationen zur Universitätsstadt Münster - herzlich begrüßte.

Der Geschäftsführer des NRW-Gesamtverbandes, Andreas Hesener (Münster), sorgte sich um die Entwicklungen der Grundstückspreise und die Kostensteigerung beim Neubau, die zu einen Großteil durch neue Verordnungen, Gesetze und Vorschriften und die Anhebung der Grunderwerbssteuer verursacht wurden. Seit dem Jahr 2000 sind allein durch ordnungsrechtliche Vorgaben von Bund, Land und Kommune die Baukosten für eine Wohnung um durchschnittlich 24.000 Euro gestiegen.

„Wohnen – ob als Mieter oder Eigentümer muss bezahlbar bleiben. Der angespannte Mietwohnungsmarkt aufgrund fehlender Wohnungen tut auch seinen Teil dazu“ so Hesener. Auch die teilweise ausufernde alljährliche drastische Erhöhung der Grundsteuer B macht uns große Sorgen – sie belastet Eigentümer und Mieter gleichermaßen“, so der Verbandsgeschäftsführer.

Auch forderte er die Politik auf, den ländlichen Raum nicht aus den Augen zu verlieren. Hesener schlug vor, Familien in sogenannten Schrumpfungsregionen bei der Wohneigentumsbildung über die Wohneigentumsförderung zu unterstützen, damit ländliche Regionen wieder gestärkt werden.

Auch das Erbbaurecht war Thema der Versammlung. Hesener appellierte dringend an die Erbbaurechtsausgeber „bei auslaufenden Erbbaurechtsverträgen oder Verlängerungen fair mit dem Vertragspartner umzugehen. Und dieses kommt nun, so der Geschäftsführer, rund 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg immer öfter auf die Vertragspartner zu, da in dieser Zeit sehr viele Erbbaurechtverträge geschlossen wurden.“

Der arbeitsmarkt- und sozialpolitischer Sprecher der CDU / CSU Bundestagsfraktion, MdB Karl Schiewerling referierte zum Thema Auswirkungen der Flüchtlingsströme auf den Sozialstaat.

Die Flüchtlingskrise ist, so Schiewerling, die zentrale Herausforderung unserer Zeit. Gleichzeitig machte er deutlich, „dass es zu dem Dreiklang der Bundesregierung keine sinnvolle Alternative gibt: Fluchtursachen bekämpfen, Wirtschaftsflüchtlinge rückführen und hier lebende Flüchtlinge integrieren. Nach vielen organisatorischen Problemen im vergangenen Jahr, die aufgrund der großen Anzahl von neuankommenden Menschen bei den Behörden entstanden sind, befindet sich Deutschland mittlerweile auf einem guten Weg: Die Registrierung gelingt, Asylanträge werden schneller bearbeitet und der Integrationsprozess vor Ort verbessert sich stetig“, so der Bundestagsabgeordnete in seinem sehr engagierten Statement.

Anschließend wurden turnusgemäß die Diözesanvorstände Köln und Münster von den Mitgliedervertretern neu gewählt.

Der Geistliche Beirat des Diözesanverbandes Münster, Pfarrer em. Heinrich Wernsmann hatte dann das Schlusswort, das mit einem kurzen Tischgebet endete. Nach dem Mittagessen stand noch der Besuch des Mühlenhofs in Münster an.

Wahlergebnisse:

Diözesanverband Köln:

Heinz Erkens (Köln) als Vorsitzender. Peter Krach (Pulheim), Reinhard Stumm (Bergheim-Kenten), Johannes Oeser (Köln) und Andreas Hesener (Münster) als Stellvertreter. Pfarrer Hans-Gerd Wolfgarten (Kerpen-Sindorf) als Geistlicher Beirat. Albert Peter (Köln), Bernhard Rudl (Bergheim), Doris Krach (Pulheim), Dietmar Möller (Pulheim), Brunhild Lucas (Köln), Werner Spiller (Köln), Friedhelm Ritter (Köln), Christine Koslowski (Köln) und Martina Fühlen (Pulheim).

Diözesanverband Münster:

Albert Nasse (Hamm) als Vorsitzender. Andreas Hesener (Münster), Manfred Opgenorth (Bedburg-Hau) als Stellvertreter. Pfarrer em. Heinrich Wernsmann (Steinfurt) als Geistlicher Beirat. Margret Bömler (Oelde), Walter Rutz (Münster), Erika Siekmann (Münster), Hubert Hoselmann (Hamm), Reinhold Richter (Oelde), Josef Gärtner (Werne), Thomas Eickholt (Drensteinfurt), Bernhard Fohrmann (Werne), Sabine Wagner (Lippetal) und Alfred Erharter (Lippetal).

 
 
 

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